Ein Vortrag von Alexandra Jaeger (Berlin)
In den 1970er und 1980er Jahren suchten Bund und Länder mithilfe des Verfassungsschutzes nach „Verfassungsfeinden“: Vor allem angehende LehrerInnen wurden wegen Aktivitäten in kommunistischen Organisationen nicht eingestellt. Alexandra Jaeger erläutert, warum der sozialdemokratisch geführte Hamburger Senat dabei als Vorreiter galt – sowohl bei der Verschärfung der Praxis 1971 wie bei der Liberalisierung 1978. Auf der Grundlage von etwa 200 Einzelfällen hat sie erstmals systematisch die staatlichen Überprüfungsverfahren am Beispiel eines Bundeslandes analysiert und dabei das Regierungshandeln, die bürokratischen Prozesse, die Strategien der Betroffenen und den Protest gegen den Beschluss beleuchtet. Die Aushandlungsprozesse verweisen auf sich wandelnde Vorstellungen über Grundrechte, Staatlichkeit und Beamtentum im Kontext von „1968“, Kaltem Krieg und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus.
Moderation: Yvonne Robel (FZH Hamburg)
Beginn der Veranstaltung: 18:30 Uhr
Quelle:
www.zeitgeschichte-hamburg.de